Gesunde Haut von innen heraus – Pflanzenöle als sanfte Begleiter
Eine gesunde Haut ist nicht selbstverständlich. Unsere Haut ist weit mehr als eine schöne Hülle. Sie schützt uns vor äußeren Einflüssen, reguliert den Wärme- und Feuchtigkeitshaushalt und steht in engem Austausch mit dem gesamten Organismus. Eine gute Hautpflege beginnt deshalb nicht erst beim Eincremen. Auch das, was wir regelmäßig essen und trinken, trägt dazu bei, dass die Haut ihre natürlichen Aufgaben erfüllen kann.
Dabei gibt es weder das eine Schönheitsöl noch einen schnellen Trink-Tipp, der Falten, Trockenheit oder Hauterkrankungen einfach verschwinden lässt. Gesunde Haut entsteht aus vielen Bausteinen: einer abwechslungsreichen Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung, einem achtsamen Umgang mit Sonne und Stress – und einer passenden Pflege von außen. Pflanzenöle können in diesem Gesamtbild einen wertvollen Platz einnehmen.
Warum hochwertige Fette auch für die gesunde Haut wichtig sind
Fette liefern Energie, sind Bestandteil von Zellmembranen und versorgen uns mit essenziellen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Außerdem braucht der Körper Nahrungsfett, um die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aufzunehmen. Für die Auswahl zählt vor allem die Qualität: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, überwiegend ungesättigte Fette zu wählen und gesättigte sowie industriell erzeugte Transfette zu begrenzen.
Auch die Hautbarriere ist auf ein gut abgestimmtes System verschiedener Lipide angewiesen. Ist diese Barriere gestört, kann die Haut leichter Feuchtigkeit verlieren und empfindlicher reagieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Löffel Öl direkt „in die Haut wandert“. Nahrungsfette werden verdaut, umgebaut und im gesamten Stoffwechsel verwendet. Sie sind ein Baustein – keine isolierte Hautkur.
Diese Pflanzenöle passen gut in eine hautbewusste Ernährung
Olivenöl – der unkomplizierte Alltagsbegleiter
Natives Olivenöl extra liefert vor allem einfach ungesättigte Ölsäure und – je nach Qualität – verschiedene phenolische Pflanzenstoffe. Es eignet sich für Salate, Gemüsegerichte, Aufstriche und auch zum schonenden Erhitzen.
Eine französische Beobachtungsstudie brachte eine höhere Aufnahme einfach ungesättigter Fettsäuren aus Olivenöl mit weniger ausgeprägter lichtbedingter Hautalterung in Verbindung. Das ist interessant, beweist aber keine direkte Schutzwirkung: Menschen, die häufig Olivenöl verwenden, können sich auch in anderen Lebensgewohnheiten unterscheiden. Für den Alltag bleibt Olivenöl dennoch eine sehr gute, vielseitige Fettquelle.
Leinöl – reich an pflanzlichem Omega-3
Leinöl gehört zu den besten pflanzlichen Quellen für Alpha-Linolensäure, kurz ALA. Diese essenzielle Omega-3-Fettsäure findet sich außerdem in Leinsamen, Chiasamen, Walnüssen sowie in kleineren Mengen in Raps- und Sojaöl.
In einer kleinen, zwölfwöchigen Studie mit 26 Frauen verbesserte die Einnahme von Leinöl einige Messwerte der Hautbarriere und Hautfeuchtigkeit; auch Rauigkeit und Empfindlichkeit nahmen ab. Das Ergebnis ist ermutigend, wegen der kleinen Teilnehmerzahl aber kein Beweis für eine allgemeingültige Wirkung.
Leinöl verwendest Du am besten ausschließlich kalt, etwa teelöffelweise in Joghurt, Porridge, Aufstrichen, Salat oder über ein bereits fertig gegartes Gericht. Es oxidiert rasch, gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank und sollte in einer kleinen, dunklen Flasche gekauft und zügig verbraucht werden. Schmeckt oder riecht es deutlich bitter, stechend oder alt, wird es nicht mehr verwendet.
Hanföl – aromatisch und vielseitig
Hanföl liefert sowohl Linolsäure als auch Alpha-Linolensäure und besitzt einen angenehm nussigen Geschmack. Es passt kalt zu Salaten, Erdäpfeln, Suppen, Gemüse oder Dips. Auch Hanföl ist empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff und sollte kühl sowie gut verschlossen aufbewahrt werden.
Eine kleine ältere Crossover-Studie bei Menschen mit atopischer Dermatitis beobachtete unter Hanfsamenöl weniger Hauttrockenheit und Juckreiz. Solche Ergebnisse sind spannend, reichen jedoch nicht aus, um Hanföl als Behandlung einer Neurodermitis zu empfehlen. Eine Hauterkrankung gehört fachlich abgeklärt; ein Speiseöl kann die Therapie nicht ersetzen.
Raps- und Walnussöl – Abwechslung statt Perfektion
Rapsöl ist ein praktisches Alltagsöl mit einem günstigen Spektrum ungesättigter Fettsäuren und einem gewissen ALA-Anteil. Raffiniertes Rapsöl lässt sich gut erhitzen, kalt gepresstes Öl wird vorzugsweise für die kalte Küche verwendet. Walnussöl bringt ebenfalls ALA und viel Aroma mit, ist aber oxidationsempfindlich und gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank.
Für eine gute Versorgung braucht es keine große Sammlung exotischer Flaschen. Oft ist eine einfache Kombination ideal: Oliven- oder Rapsöl für den Alltag und ein frisches Lein-, Hanf- oder Walnussöl für kalte Speisen.
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Einfache Rituale für jeden Tag
Du musst Deinen Speiseplan nicht kompliziert machen. Ein möglicher roter Faden sieht so aus:
- Verwende Oliven- oder Rapsöl regelmäßig zu Gemüse, Salat und anderen Mahlzeiten.
- Ergänze kalte Speisen abwechslungsweise mit einer kleinen kulinarischen Menge frischem Lein-, Hanf- oder Walnussöl.
- Iss dazu möglichst bunt: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen liefern weitere Nähr- und Pflanzenstoffe.
- Trinke nach deinem Durst Wasser oder ungesüßten Tee. Wenn du den Geschmack liebst, aromatisiere gelegentlich mit einem ausdrücklich lebensmitteltauglichen Hydrolat nach Herstellerangabe.
- Schütze deine Haut zusätzlich von außen mit sanfter Reinigung, passender Pflege und konsequentem Sonnenschutz.
Qualität, Maß und persönliche Verträglichkeit
Pflanzenöle sind wertvolle, aber energiereiche Lebensmittel. Mehr ist deshalb nicht automatisch besser. Kaufe empfindliche Öle lieber in kleinen Gebinden, achte auf Geruch und Geschmack und verwende verschiedene Öle passend zu ihrem Zweck.
Bei Allergien, Erkrankungen von Galle, Leber oder Bauchspeicheldrüse, chronischen Verdauungsbeschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist eine individuelle fachliche Rücksprache sinnvoll – besonders bevor hoch dosierte Ölpräparate oder Nahrungsergänzungen eingesetzt werden. Anhaltende Trockenheit, starker Juckreiz, Entzündungen oder plötzlich veränderte Haut sollten medizinisch abgeklärt werden.
Was gibt es beim Kauf von Pflanzenölen zu beachten?
Hochwertige Pflanzenöle kannst du auch schon im Supermarkt bekommen. Achte auf die Bezeichnung 1. Kaltpressung oder kaltgepresst und bio. Was du alles noch beachten musst habe ich dir hier schon ausführlich beschrieben >>klick<<.
