Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte für die trockene Haut aus der Aromapraxis von Rosina J.

Trockene Haut natürlich behandeln: Die besten Pflanzenöle & Tipps aus der Aromapraxis

Trockene Haut (Xerose) spannt, juckt und schuppt? Oft fehlen der Hautbarriere wichtige Fette und Feuchtigkeit. Als Dipl. Aromapraktikerin zeige ich dir in diesem Beitrag, wie du trockene Haut ganz natürlich mit Pflanzenölen wie Sheabutter und regenerierenden ätherischen Ölen pflegen kannst. Erfahre hier alles über die Ursachen und entdecke meine bewährten Rezepturen für spürbar weichere Haut.

Ursachen für trockene Haut (Xerose)

Umweltfaktoren

Die Umwelt spielt natürlich eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von trockener Haut. Kaltes Wetter, niedrige Luftfeuchtigkeit und starke Winde können die Haut austrocknen, da sie die natürliche Feuchtigkeit aus der Hautschicht entziehen. Auch die Heizungsluft im Winter trägt dazu bei, dass die Haut trockener wird.

Häufiges Baden oder Duschen

Zu häufiges Baden oder Duschen, besonders mit heißem Wasser, kann die Haut austrocknen. Heißes Wasser entfernt die natürlichen Öle der Haut, die dazu beitragen, Feuchtigkeit zu speichern. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Hautbarriere und zur Verdunstung von Wasser aus der Haut.

Verwendung von aggressiven Reinigungsmitteln

Seifen und andere Reinigungsmittel, die harte Chemikalien enthalten, können die Haut austrocknen. Diese Produkte entfernen die natürlichen Fette von der Haut und lassen sie trocken und rau zurück.

Alter

Mit zunehmendem Alter verliert die Haut ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, da die Produktion von natürlichen Ölen abnimmt. Dies führt dazu, dass ältere Menschen häufiger unter trockener Haut leiden.

Gesundheitszustände

Bestimmte Gesundheitszustände wie Ekzeme, Psoriasis und Diabetes können trockene Haut verursachen. Auch hormonelle Veränderungen, insbesondere bei Frauen während der Menopause, können zu trockener Haut führen.

Ursachen und Entstehung von trockener Haut

Trockene Haut braucht besonders reichhaltige Pflege

Im Sommer braucht die Haut viel Feuchtigkeit, im Winter hingegen braucht sie einen hohen Fettanteil. Sowohl in der Gesichtspflege als auch in der Bodylotion. Auch die sehr empfindliche Haut um die Augen und die der Lippen benötigt reichhaltige Pflege, damit sie gut durch die kalten Monate kommen. Sinkt die Feuchtigkeit der Umgebung, dann funktioniert die normale Hautpflege nicht mehr so gut. Hast Du trockene Haut, dann solltest Du die normale Hautpflege umstellen. 

Natürliche Hilfe: was hilft also gegen trockene Haut?

Kürzer Duschen und Baden

Heißes Wasser entzieht der Haut das Fett. Deshalb reduziere heiße, lange Duschen wenn deine Haut trocken und gereizt ist. Dermatologen empfehlen bei gereizter und trockener Haut das Baden und Duschen auf 5 bis max. 10 Minuten zu begrenzen. Du kannst aber auch schon beim Duschen milde und vor allem parfümfreie Pflegeöle verwenden. Beachte, nicht die ganze Haut muss täglich eingeseift werden, es reicht schon den Intimbereich zu reinigen. Somit beugst Du vor, die Bereiche noch zusätzlich zu strapazieren.

Feuchtigkeit von Außen und Innen

Sorge für ein ideales Raumklima mit Zimmerpflanzen und Luftbefeuchtern. Mit einem höheren Feuchtigkeitsanteil in der Luft bleiben auch die Schleimhäute besser durchfeuchtet und Du wirst resistenter gegen Grippe- und Erkältungsviren. Trockene Haut profitiert auch von viel Flüssigkeit innerlich aufgenommen. D.h. trinke viel ungesüßten Tee – Tipp: mit Hydrolaten verfeinert! So kannst Du die trockene Haut auch von innen schon aufpolstern und Knitterfältchen glätten. Also gilt – trinken, trinken, trinken!

Die Haut vor Sonne schützen

UV-Strahlen können die Haut austrocknen und zu Schäden führen. Verwende also täglich einen Sonnenschutz, um die Haut vor den schädlichen Auswirkungen der Sonne zu schützen. Mehr zum Thema Sonnenschutz findest du hier >>klick<<.

Richtig ernähren

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Vitaminen ist, kann die Hautgesundheit verbessern. Lebensmittel wie Fisch, Nüsse, Samen und buntes Gemüse können dazu beitragen, die Haut von innen heraus zu nähren. Ein kleiner Geheimtipp um die Haut von innen zu pflegen ist das Sanddornfruchtfleischöl!

trockene Haut

Die besten ätherischen Öle, Pflanzenöle & Hydrolate - deine Must-Have´s aus der Aromapraxis für trockene Haut

Pflanzenöle sind das „Non-Plus-Ultra“ für eine gesunde, natürliche und auch biologische Hautpflege. Sie sind als Basis einfach unumgänglich wenn du nicht mit herkömmlicher Kosmetik pflegen möchtest. Sie können ergänzt werden mit ätherischen Ölen, müssen das aber nicht, auch alleine für sich einsetzbar sind sie sehr wirksam. Eine genaue Übersicht welche Öle für welchen Hauttyp geeignet sind, wie sie gemischt werden können und noch vieles mehr kannst du in meinem Handbuch Pflanzenöle finden.

Basisöle – die Sattmacher für die Haut

Die Basisöle bilden das Fundament deiner natürlichen Hautpflege: Sie dringen tief in die Hautschichten ein, stärken die natürliche Barrierefunktion und bewahren die Feuchtigkeit vor dem Verdunsten.

  • Aprikosenkernöl: empfindliche, trockene und rissige Haut, Juckreiz, Augenfältchen, auch für die Babypflege geeignet, feuchtigkeitsspendend, beruhigend auf die Haut, hautregenerierend, pflegend, immunsystemstärkend.
  • Haselnussöl: ideal als nährende Nachtcreme, Hautprobleme, trockene, reife Haut, stark hautpflegend, nährend, straffend.
  • Jojobaöl: Juckreiz, trockene Haut, feuchtigkeitspflegend, feuchtigkeitsspendend.
  • Kakaobutter: reife, trockene, spröde, gereizte Haut, sehr hautpflegend.
  • Kokosöl: Juckreiz, trockene und rissige Haut, schützend, stabilisierend, pflegend.
  • Mandelöl süss: reife, entzündete und trockene Haut, wärmend, sehr hautpflegend, feuchtigkeitsspendend, reizlindernd, juckreizlindernd.
  • Olivenöl: trockene Haut, Hautpflege, faltige Haut, pflegend.
  • Sheabutter: trockene, empfindliche und reife Haut, Gesichtspflege, Lippenpflege, Babypflege, Kälteschutzbalsam, hautpflegend, regenerierend, stärkt die Barrierefunktion der Haut, feuchtigkeitsbindend.

Wirkstofföle – die „Spezialisten“ zur Regeneration

Ätherische Öle schenken deiner Pflege nicht nur einen wunderbaren Duft, sondern wirken bis in die Zellebene: In der Aromapraxis nutzen wir sie, um die Zellerneuerung zu aktivieren, Entzündungen zu hemmen und das Hautbild sanft zu harmonisieren.

  • Avocadoöl: das Öl bei Neurodermitis (gemischt mit Sheabutter und Kokosfett), trockene und rissige Haut, Hautpflege, juckreizstillend, feuchtigkeitsbindend.
  • Baobaböl: trockene, empfindliche Haut, Juckreiz, Augenfältchen, Lippenpflege, rissige Lippen, juckreizstillend, hautnährend, feuchtigkeitsspendend, feuchtigkeitsbindend, schützend, Faltenbildung verhindernd.
  • Borretschsamenöl: trockene Haut, Juckreiz, faltige Haut, Hautpflege, geschwächtes Immunsystem, hautregenerierend, juckreizlindernd.
  • Granatapfelsamenöl: trockene, reife Haut, trockene Schleimhäute (Nasenschleimhaut, …), Barrierefunktion der Haut stärkend.
  • Hagebuttenkernöl/Wildrosenöl: trockene, schuppige Haut, Falten, Pigmentflecken, feuchtigkeitsspendend, stark hautpflegend, reizlindernd.
  • Hanfsamenöl: Juckreiz, trockene, reife Haut, schwaches Immunsystem, hautpflegend, beruhigend.
  • Himbeersamenöl: trockene, reife Haut, Hautpflege abends, Falten, feuchtigkeitsspendend, unterstützt die Schutzwirkung der Haut, hautpflegend.
  • Nachtkerzensamenöl: trockene, schuppige und faltige Haut, entzündliche Hauterkrankungen, hautpflegend, hautregenerierend, feuchtigkeitsbindend, immunsystemstärkend.
  • Sanddornfruchtfleischöl: das beste Öl für die Haut – innerlich und äußerlich einsetzbar, Ekzeme, empfindliche Haut, hautpflegend, reizmildernd, hautschützend.

Das goldene Mischverhältnis von Basisöl und Wirkstofföl

In der Aromapraxis mischen wir Wirkstofföle meist in einem Anteil von 5 % bis 10 % in ein Basisöl. Die Faustformel: Auf 50 ml Basisöl (wie Mandel– oder Jojobaöl) gibst du etwa 2,5 ml bis 5 ml Wirkstofföl (wie Wildrosen– oder Nachtkerzenöl).

Warum mischen wir überhaupt? Stabilität: Wirkstofföle (z.B. Hagebuttenkernöl) enthalten viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese sind zwar gesund, werden aber an der Luft schnell „ranzig“. Ein stabiles Basisöl (wie Jojobaöl) schützt sie davor. Einzugsbeschleuniger: Manche Basisöle helfen den Wirkstoffölen, tiefer in die Hautschichten vorzudringen.

Ätherische Öle – die duftenden Regenerations-Helfer

Diese kostbaren Öle werden meist in kleineren Mengen beigemischt, da sie wie ein Konzentrat wirken: Mit ihren speziellen Fettsäuren und Vitaminen unterstützen sie die Haut gezielt bei Regeneration, Juckreiz oder extremen Trockenheitszuständen. Unverdünnt auf der Haut dürfen ätherische Öle nicht angewendet werden. Wie sie zu dosieren sind, findest du hier >>klick<<.

  • Benzoe siam: hautpflegend, wärmend, Kältegefühl, Hautentzündung, strapazierte Haut und Schleimhaut, Hautprobleme.
  • Kamille blau: zellregenerierend, hautpflegend, trockene Haut.
  • Karottensamen: Hautpflege, Hautkrankheiten, beruhigt gereizte und strapazierte Haut, Regeneration der Hautzellen.
  • Lavendel fein: hautpflegend, Hautkrankheiten, Immunsystem stärkend, zellregenerierend, Hautjucken.
  • Melisse: hautregenerierend, immunstärkend, entzündungshemmend.
  • Myrrhe: hautregenerierend, hautstraffend, hautpflegend, entzündungshemmend, Hautprobleme.
  • Narde: juckreizstillend, hautharmonisierend, Hautunreinheiten, Neurodermitis.
  • Neroli: hautpflegend, regenerierend, Neurodermitis.
  • Orange: hautstraffend und entschlackend, lymphflussanregend, Hautpflege, Hautentschlackung.
  • Patchouli: juckreizstillend, zellregenerierend, Neurodermitis, Entzündungen, rissige und faltige Haut.
  • Rose: hautregenerierend, immunstärkend, Hauterkrankungen.
  • Rosengeranie: sehr hautpflegend, haut- und schleimhautfloraregulierend, zellerneuernd, strapazierte Haut, Stresshaut.
  • Sandelholz: hautpflegend, immunsystemstärkend, Neurodermitis, Hautpflege.
  • Vanille: erwärmend, hautpflegend, feuchtigkeitsspendend.
  • Vetiver: sehr hautpflegend, juckreizlindernd, immunstärkend, entzündete und reife Haut.
  • Weihrauch: hautregenerierend, hautpflegend, hautglättend, zellschützend, Falten, Hautkrankheiten.
  • YlangYlang: feuchtigkeitsspendend, hautpflegend, hautglättend.

Hydrolate – der Frischekick zwischendurch

Hydrolate sind die perfekten Feuchtigkeitsspender und bereiten deine Haut ideal auf die anschließende Ölpflege vor: Da Pflanzenöle auf feuchter Haut wesentlich besser einziehen, sind diese sanften Pflanzenwässer ein unverzichtbarer Teil deiner täglichen Routine. Sprühe das Hydrolat direkt auf die gereinigte Haut und massiere dein Gesichts- oder Körperöl sanft in die noch feuchte Haut ein. So entsteht eine spontane Emulsion, die rückfettend wirkt, ohne einen schweren Film zu hinterlassen.

  • Melissenhydrolat: heilend bei gereizter Haut, juckreizmildernd.
  • Nerolihydrolat: sehr hautpflegend, juckreizmildernd, feuchtigkeitsspendend, erweiterte Äderchen, After-Shave.
  • Rosenhydrolat: hautpflegend, hautreinigend, juckreizstillend, pflegend, feuchtigkeitsspendend, revitalisierend, Hautpflege.
  • Rosengeranienhydrolat: zellerneuernd, hauterneuernd, feuchtigkeitsspendend, empfindliche Haut, gereizte Haut, Neurodermitis.

DIY-Rezepte, Anwendungsmöglichkeiten, Rezeptvorschläge

Wie kannst du das nun anwenden? Mit dieser Liste oben hast du natürliche Werkzeuge für eine gesunde Hautpflege an der Hand. Diese kannst du dann mischen wie es für dich am besten passt, nach Duftvorlieben, … So geht es Schritt-für Schritt:

  • Wähle dein Basisöl: Suche dir ein Öl aus, das zu deinem Hauttyp passt (z. B. Jojobaöl bei sehr trockener Haut). Menge z.B. 45 ml oder gr.
  • Addiere das Wirkstofföl: Gib den „Spezialisten“ für dein Hautproblem dazu (z.B. Wildrosenöl bei Juckreiz). Menge z.B. 5 ml und ca. 5 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl.
  • Das Finish: Erst zum Schluss folgen die ätherischen Öle (tropfenweise), um die Mischung abzurunden. Gib dazu auf die Basismenge von 50 ml für eine Ganzkörperbehandlung ca. 10 bis max. 15 Tropfen Öl.

Damit du aber auch nach einer Anleitung mischen kannst, habe ich hier ein paar vorbereitete Rezepturen schon für dich:

Ölmischung für eine trockene, rissige Haut:

Sheabutter mit dem Olivenöl sanft im Wasserbad schmelzen, herausnehmen und die ätherischen Öle dazugeben. In die vorbereiteten (desinfizierten) Behälter geben und abkühlen lassen. Diese Mischung ist feuchtigkeitsspendend, heilt Läsionen und Risse, schützt und nährt die Haut.
Ölmischung trockene Haut

Pflegeöl für die trockene Haut (tagsüber):

Alle Öle miteinander mischen. Diese Mischung sollte nach spätestens 4 Wochen aufgebraucht sein.
trockene Haut tagsüber

Pflegeöl für die trockene Haut (abends):

Alle Öle miteinander mischen. Diese Mischung sollte nach spätestens 4 Wochen aufgebraucht sein.
trockene Haut Pflegeöl abends

Buchempfehlung!

Trockene Haut kann unangenehm sein, aber mit der richtigen Pflege und Vorbeugung lässt sie sich gut behandeln und vermeiden. Durch das Verständnis der Ursachen von trockener Haut und die Anwendung gezielter Maßnahmen zur Pflege und Vorbeugung kannst du deine Haut gesund und hydratisiert halten. Verwende feuchtigkeitsspendende Produkte, schütze deine Haut auch vor Umwelteinflüssen und achte auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr, um das Auftreten von trockener Haut zu minimieren. Nutze auch die Helfer aus der Aromapraxis.
Rosina
Rosina J.
Autorin, Dipl. Aromapraktikerin

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